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HPV Impfung bald auch für Jungen


02.07.2018

Vorab aus dem FRAUENARZT

Die AG Impfen des BVF berichtet:
STIKO veröffentlicht Jungenempfehlung und wissenschaftliche Begründung
Vorzeitig hat die Ständige Impfkommission (STIKO) bereits am 28. Juni 2018 im Epidemiologischen Bulletin Nr. 26 die Empfehlung der HPV-Impfung für alle Jungen im Alter von 9-14 Jahren veröffentlicht.  Eine Nachholimpfung wird – wie auch bei den Mädchen - bis zum Alter von 17 Jahren empfohlen.  
Da die STIKO ganz selten nur von ihrem normalen Publikationszyklus der Empfehlungen im Epidemiologischen Bulletin in der KW 34 abweicht, stellt sie damit die Bedeutung dieser Empfehlung nochmals heraus.  
Das Epidemiologische Bulletin Nr. 26 mit der Empfehlung und wissenschaftlichen Begründung kann unter folgendem Link gelesen und ausgedruckt werden: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/epid_bull_node.html
Wir fassen Ihnen hier die wichtigsten Inhalte und Konsequenzen der Empfehlung zusammen:
•    Als Impfziel der HPV-Impfung von Mädchen und Jungen ist in der Empfehlung die Reduktion der Krankheitslast durch HPV-assoziierte Tumoren genannt. Damit sind also jetzt neben den malignen Tumoren auch die benignen Feigwarzen ein Impfziel.   
•    Die Modellierung der HPV-Jungenimpfung zeigte, dass bei Zugrundelegung der aktuellen Impfquoten der Mädchen von gut 40 % die HPV-Impfung von Jungen zu einer deutlichen Reduktion der Krankheitslast von HPV-assoziierten Tumoren in beiden Geschlechtern führt. Eine möglichst hohe Impfquote wird zur Verringerung der Viruszirkulation führen und schließlich auch zu einer Eliminierung von Erkrankungen durch die  HPV-Typen, die im Impfstoff  berücksichtigt sind.
•    Im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit ermöglicht eine HPV-Jungenimpfung  Jungen und Männern den Aufbau eines eigenen Impfschutzes vor einer HPV-Infektion bzw. Genitalwarzen und Karzinomen, unabhängig von der Höhe der Mädchen-Impfquoten. Somit kann die gesellschaftliche Verantwortung für eine Reduktion der HPV-Krankheitslast in Deutschland auf beide Geschlechter verteilt werden.    
•    Die frühzeitige STIKO Publikation könnte dazu führen, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) sich ebenfalls früher mit der Aufnahme dieser Empfehlung in die Schutzimpfungsrichtlinie (SI-RL) befassen wird.  Entschiede der GBA bereits im September über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie, könnte die Veröffentlichung bereits im Oktober im Bundesanzeiger erfolgen. Erst mit Veröffentlichung der geänderten Schutzimpfungsrichtlinie im Bundesanzeiger wird die HPV-Impfung für Jungen zur Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV).  Eine Abrechnung über die GKV-Gesundheitskarte  kann aber erst nach regionalen Impfvereinbarungen erfolgen, die – wenn man die bisherigen Zeitabläufe berücksichtigt – im November/Dezember abgeschlossen sein werden.
Im Epidemiologischen Bulletin (Nr. 27/2018) wurde zusätzlich ein aktualisierter RKI-Ratgeber HPV veröffentlicht. Dieser ist ebenfalls online verfügbar: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HPV.html
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat gleichzeitig auch die FAQs zur HPV-Impfung aktualisiert, die Sie im Internet unter folgender Adresse nachlesen können:
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/HPV/FAQ-Liste_HPV_Impfen.html?nn=2375548
Insgesamt haben wir jetzt das erreicht, was wir schon lange gefordert haben und was in anderen Ländern der Welt bereits Selbstverständlichkeit war:  Die HPV-Impfung ist eine Standardimpfung für Personen beider Geschlechter. Kümmern wir uns nun um die Umsetzung der Impfung, um endlich auch Anschluss an die hohen Impfquoten in anderen Ländern der Welt  zu bekommen. Wie bei allen anderen Standardimpfungen im Impfkalender der STIKO ist ein möglichst frühzeitiger Abschluss der Grundimmunisierung anzustreben.  
Für Ihre Fragen steht Ihnen die AG Impfen Ihres Berufsverbandes unter der Adresse agimpfen@bvf.de  zur Verfügung.
Michael Wojcinski
Garmisch-Partenkirchen
für die AG Impfen des BVF

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